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Mitrovica - Kraljevo

Nach den Balkankriegen 1912/1913 konnte Serbien deutliche Gebietsgewinne im Süden verzeichnen, sodass im Jahr 1913 die Strecke Skopje -Mitrovica unter die Hoheit der serbischen Eisenbahnverwaltung kam. Wurde Skopje zu diesem Zeitpunkt bereits über Niš aus dem serbischen Kernland erreicht, so war die Strecke Skopje – Mitrovica nur eine Stichstrecke, über die nicht in den Norden Serbiens gelangt werden konnte.

Dies änderte sich erst nach dem ersten Weltkrieg im neu entstandenen Königreich Jugoslawien, als 1931 die Strecke Kragujevac - Kraljevo - Lešak - Mitrovica den Kosovo von Norden her erreichte und somit eine zweite durchgehende Linie von Belgrad nach Skopje (Abzweig in Lapovo)  entstand. 

Während des Kosovokrieges 1999 nutzte das serbische Militär die Bahnlinie um massiv Truppen in den Kosovo zu verlegen. Im Gegensatz zu den Straßenbrücken waren die Brücken der Eisenbahn durch die NATO noch nicht bombadiert worden. Zudem boten die Tunnels an der Strecke ideale Versteckmöglichkeiten für die Militäreinheiten.

Nach dem Kosovokrieg wurde Lešak dann Grenzbahnhof zu Serbien auf kosovarischer Seite. In einem Vertrag zwischen der Übergangsverwaltung der UNMIK und der ZTP Belgrad vom 31.05.2002 wurde geregelt, dass die serbische Eisenbahn für den Verkehr von Serbien bis Lešak verantwortlich zeichnet, die UNMIK-Railways hingegen für die Infrastruktur bis zur (Verwaltungs-)Grenze. Übergabepunkt für Güterzüge war Lešak ebenfalls, wobei dort stets die Loks gewechselt wurden.


Der "Freedom of Movement Train", der sicherstellte, dass Kosovaren serbischer Ethnizität aus dem Kernland des Kosovo unbehelligt nach Serbien und zurück reisen konnten, endete in Lešak, wo dann auf Züge der serbischen Eisenbahn, meist Triebwagen der BR 710 (ehem. SJ Y1) oder Züge mit einer BR 661 als Zuglok, umgestiegen wurde.

Da das durchfahrene Gebiet vornehmlich von Kosovaren serbischer Ethnizität bewohnt wird und auch die Eisenbahner dort alle serbisch sind, keimten immer wieder Gerüchte auf, wonach die Strecke zur Nachtzeit heimlich von Güterzügen der ŽS befahren wurde, um Güter und insbesondere Treibstoff in den Kosovo zu bringen. ...natürlich ohne dem Kosovo Einfuhrzoll zu entrichten.


Nachdem die Regierung des Kosovo am 17. Februar 2008 die Unabhängigkeit von Serbien proklamiert hatte, blockierten die ethnisch serbischen Eisenbahner im Norden des Kosovo am 03.März 2008 die Bahnlinie nördlich von Mitrovica am Bahnhof Zvečan (alb: Zveçan) und ließen Züge aus dem Süden nicht weiterfahren. Sie erklärten, dass sie den Staat Kosovo nicht anerkennen und daher auch nicht für die Kosovo Railways arbeiten würden. Der Protest ging damit einher, dass sie nun die Uniformen der serbischen Eisenbahn trugen.

Die
ŽS erklärte öffentlich, dass man den Betrieb auf der Strecke von Lešak bis Zvečan aufnehmen werde, sobald die Infrastruktur wieder "serbischen Standards" entspräche. Tatsächlich schickte die ŽS bereits am 03. März 2008 zwei Züge bis Zvečan. Am 04. März wurden die serbischen Züge durch die  UNMIK-Grenzpolizei gestoppt. Zugleich wurde aber der "Freedom of Movement Train" auf seiner Gesamtstrecke von Fushë Kosovë nach Lešak eingestellt.

Letztlich wurde die Blockade seitens der UNMIK dann im Stillen aufgehoben und am 12. März 2008 erklärte der Direktor der ŽS, dass der erste Zug bestehend aus 2 Personenwagen und 16 Güterwagen mit Gütern aus Ungarn für den Süden des Kosovo in Zvečan angekommen sei.  Die Personenwagen seinen dann planmäßig nach Serbien zurückgefahren. Er führte weiter aus, dass es nun Sache der UNMIK sei, sich um die Weiterreise der Fahrgäste und des Güterzuges zu kümmern.

Die ŽS betreibt die Strecke
Lešak - Zvečan bis heute. Der "Freedom of Movement Train" existiert seither nicht mehr und zwischen Mitrovica und Zvečan findet kein Zugverkehr mehr statt, da seitens der Regierung des Kosovo die Anweisung besteht, dass keine Züge von der serbischen Eisenbahn übernommen, bzw. an diese übergeben werden dürfen.








Bisher wurde der Zugverkehr Kraljevo - Zvečan mit der 661-248 und zwei Personenwagen durchgeführt,
wobei manchmal ein Y1 als Ausfallreserve einsprang. Seit 2013 kommen auch hier nun russische Triebwagen der Baureihe 711 zum Einsatz.






Am 09.08.1974 war Niek Opdam an der Strecke unterwegs und fotographierte JŽ 33-126 des BW Kraljevo in Socanica (alb: Soqanicë).



Am nordlichen Ausgang des Kosovo kam ihm JŽ 33-126 Lz vor die Linse.

33-126 ist die ehem. DR 52 6055 (Schwartzkopf, FNr. 12496 von 1943)


Auch bei Rudnica war zudem JŽ 33-117 vom BW Kraljevo mit einem Güterzug unterwegs.

33-117 ist die ehem. DR 52 5224 (Krenau, FNr. 1233 von 1943)